Dez 082016
 

Ein Händedruck ist nicht genug

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Ehrensache WHV“ haben sich 17 Studierende der Jade Hochschule (Fachrichtung Medienwirtschaft und Journalismus) der Aufgabe gestellt, die Vielfalt des Ehrenamtes zu präsentieren. Durch besondere Menschen und ihre Geschichten soll das Interesse am Engagement geweckt werden. Eine Ausstellung mit Fotos von 12 Engagierten zeigt, dass ihnen das gelungen ist. Bei der Eröffnung redete Holger Barkowsky Klartext gegen den oftmals ignoranten Umgang der Politik mit bürgerschaftlichem Engagement.

Studierende der Jade Hochschule und ihre ehrenamtlichen Protagonisten. Foto: Gegenwind

Studierende der Jade Hochschule und ihre ehrenamtlichen Protagonisten. Foto: Gegenwind

Am 8. Dezember wurde die Ausstellung „12 Gesichter für das Ehrenamt“ im „Lieblings.Treffpunkt“ der GPS eröffnet. In einem leerstehenden Ladenlokal in der Marktstraße 101 ist ein neuer inklusiver Treffpunkt entstanden, wo u. a. regelmäßige Workshops stattfinden. Dort ist auch die Freiwilligenagentur untergebracht. Mit Leben und Liebe gefüllt wird der Treffpunkt von Annemarie Rasche, die neben ihrer Kreativ- und Sozialarbeit als Musikerin Annie Soulshine unterwegs und bekannt ist und musikalisch die festliche Stimmung der Vernissage untermalte.

Fotos erzählen Geschichten
Ein gelungenes Portrait, fotografiert von Larissa Strangmann. Foto vom Foto: Gegenwind

Ein gelungenes Portrait, fotografiert von Larissa Strangmann. Foto vom Foto: Gegenwind

Larissa Strangmann sieht sich bescheiden als Teil des 17köpfigen Teams von Studierenden, die Geschichten von Ehrenamtlichen in Wort und Bild erzählen. Tatsächlich hat sie sämtliche Fotos gemacht: Durchweg gelungene (Oberkörper-)Portraits, die im Hintergrund das Einsatzfeld der Ehrenamtlichen zurückhaltend andeuten und gleichzeitig sofort erkennen lassen. Franziska Gadimov, die in der Küche des Lieblings.Treffpunktes den Workshop „So schmeckt Heimat“ anbietet (Gemeinsam kochen Frauen ihre Rezepte aus der Heimat, anschließend genießen die Teilnehmerinnen das Gekochte. Ein multikulturelles Geschmackserlebnis – jeden Dienstag von 10-14 Uhr). Tobias Cassens vor seinem DRK-Rettungsfahrzeug. Naturfotograf Kurt Bernert – ein im Hintergrund vorbeifahrendes Schiff verortet ihn an Wilhelmshavens „Südküste“. Lieblingsfoto: Tierheim-Unterstützer Peter Rachow – im Hintergrund schaut eine Katze sehr aufmerksam in die Kamera. Im Einzelfall ist die Situation angemessen dezent gewählt, Hospiz-Helferin Regina Stückel-Diez ist natürlich nicht am Bett eines sterbenden Menschen zu sehen.

Larissas Bilder erzählen Geschichten, die durch kurze, pointiert-anschauliche Texte anderer Mitglieder ihres Teams noch lebendiger werden. Die Ausstellung ist Teil des Gesamtprojektes, das insgesamt 25 Ehrenamtliche vorstellt. Bereits am 1. Dezember startete eine Serie in der Wilhelmshavener Zeitung: Jeden Tag wird eine engagierte Person in einem von den Studierenden verfassten redaktionellen Beitrag nebst Foto portraitiert.

„Entscheidung über Sozialfonds vollkommen daneben“

Die Eröffnungsrede zur Vernissage hielt Holger Barkowsky, der nach seinem Rückzug aus Rat und Bürgermeisteramt weiterhin, oder sogar mehr als zuvor, ein Fürsprecher und Unterstützer des ehrenamtlichen Engagements bleibt. Er lobte das gelungene Projekt der Studierenden, das sie wieder ein Stück mehr an die Stadt heranbringt. „Hier in der Südstadt tut sich was“, stellte er fest, „sie wird von jungen Menschen mit Leben erfüllt.“ Als weitere Beispiele nannte er die EXPONATA (im Juni präsentierten Studierende im alten Lagerhaus am Handelshafen Arbeitsergebnisse aus Studienprojekten) oder die Suedbar.

Was den Umgang der Politik mit Ehrenamtlichen angeht, zeigte sich Barkowsky sehr zornig: „Die offizielle Anerkennung muss über den „Tag des Ehrenamtes“ (jährlich am 5.12. – red.) hinausgehen – sie muss 365 Tage im Jahr stattfinden!“ Er nahm kein Blatt vor den Mund, als er ein brandaktuelles Negativbeispiel schilderte: „Die Entscheidung über die Einrichtung eines Sozialfonds gestern im Rat war wieder mal vollkommen daneben, denn es wurden gerade die ausgeschlossen, die eine Förderung ganz besonders benötigen, wie die Arbeitslosenhilfe oder die Selbsthilfekontaktstelle, die war vor Monaten eigentlich der Anlass, über einen Sozialfonds nachzudenken – und jetzt ist sie raus!“ Nämlich aufgrund der von CDU und WBV festgelegten Kriterien, dass ehrenamtliche Institutionen, die eine hauptamtliche Kraft beschäftigen – in der Regel eine 400-Euro-Kraft – nicht antragsberechtigt sind. „Da war zu wenig Sachverstand am Werk – man sollte sich vorher schlau machen, ehe man den Finger hebt bei der Abstimmung.“

 

Kommentar:

Gut gebrüllt, Löwe!

 

Zeitgleich mit der Eröffnung der Ehrenamts-Ausstellung im Lieblings.Treffpunkt fand im Gorch-Fock-Haus die jährliche Ehrung von Ehrenamtlichen durch den Oberbürgermeister statt: Alle erhalten eine Urkunde und kommen aufs Gruppenfoto.

Eine sozial und finanziell schwach aufgestellte Stadt wie Wilhelmshaven ist ganz besonders auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen, wie Holger Barkowsky richtig bemerkte. Die Leistung engagierter BürgerInnen ist unbezahlbar – und ein Händedruck pro Jahr zu wenig, um ihnen angemessen zu danken. Deutlichere Signale als diese braucht es auch, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen. Insbesondere junge Menschen holt man durch altbackene Veranstaltungsformate nicht vom Sofa.

Die Studierenden der Jade Hochschule haben vorgemacht, wie es geht. Warum hat die Stadt nicht diesen Rahmen genutzt, statt parallel dazu ihr langweiliges Traditionsritual durchzuführen? Wer wird überhaupt dazu eingeladen? Wir haben mal rumgefragt bei der Vernissage im Lieblings.Treffpunkt – der Leiter der Freiwilligenagentur WHV (die es seit drei Jahren gibt) war nicht der einzige, den die Stadt anscheinend nicht auf dem Zettel hat.

Klar gibt es auch übers Jahr immer mal einen amtlichen Händedruck für Ehrenamtliche. Es gibt, wie in vielen anderen Kommunen auch, die Ehrenamtscard, die ermäßigten Eintritt in Kultureinrichtungen u.ä. ermöglicht. Doch wie ernst es der Stadt ist mit der Unterstützung ist, zeigt sich erst, wenn es wirklich ernst wird. Ehrenamtliche wollen keine Bezahlung, aber sie müssen die für ihre Arbeit erforderliche Infrastruktur finanzieren können, Gebäude, Fahrzeuge, Arbeitsmittel, tun das oft aus eigener Tasche, aber irgendwo ist die Grenze. Das Stadtteilzentrum Ruscherei stand kurz vor dem Aus, weil die Stadt den ehrenamtlichen Betreibern eine Pachterhöhung aufdrücken wollte. Der Verein zum Erhalt der Südzentrale wurde mit Füßen getreten, dabei wollte er noch nicht mal Geld von der Stadt, sondern nur administrative und juristische Unterstützung. Die Selbsthilfekontaktstelle Wittmund- Wilhelmshaven (SeKo) kümmert sich um mehr als 80 Selbsthilfegruppen allein aus WHV und viele weitere aus Friesland und Wittmund. Im Juli 2016 erhielt der Verein die Bewilligung des Landkreises Wittmund über eine jährliche Zuwendung in Höhe von 5250 €. Stadt Wilhelmshaven? Fehlanzeige. Nur dank der großzügigen Spende eines Wilhelmshavener Bürgers im September in Höhe von 5000,00 € ist die Fortsetzung der Arbeit zunächst gesichert. Die Hoffnung auf den Sozialfonds hat sich mit dem Ratsbeschluss vom 7.12. für die SeKo, die ALI oder auch die AIDS-Hilfe zerschlagen.

Holger Barkowsky war und ist mit Kopf und Herz bei der guten Sache Ehrenamt. Er weiß, wo es brennt, er spricht mit den Engagierten auf Augenhöhe, statt huldvoll nickend auf sie herabzublicken. Ihre Forderungen sind nicht anmaßend, sondern mehr als berechtigt, denn sie geben viel mehr, als sie je zurückerhalten. Seine Wut auf die ehemaligen Rats“kollegen“ ist berechtigt.

Trotz alledem, oder gerade deshalb, nimmt die Ehrenamtskultur in Wilhelmshaven Fahrt auf. Wer „politikverdrossen“ ist, muss nicht Container anzünden oder Rechtspopulisten wählen. Wenn die Ratsmehrheit an den BürgerInnen vorbei regiert, können und sollten sie es selbst in die Hand nehmen, ihre Stadt lebenswerter zu machen, mit vielen kleinen und großen guten Taten.

Imke Zwoch

 

 

Info: Ehrensache WHV

 

2015 startete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Förderprogramm „Engagierte Stadt“. Mit finanzieller Unterstützung durch große Stiftungen und Unternehmen stehen mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung, um die Weiterentwicklung von Engagementstrukturen in Städten und Gemeinden zu stärken.

Bewerben konnten sich zivilgesellschaftliche Träger- und Mittlerorganisationen für Engagement, wie zum Beispiel Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen oder Seniorenbüros aus Städten und Gemeinden mit 10.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. 272 Bewerbungen gingen im Jahr 2015 ein, aus denen in einem zweistufigen Juryprozess 50 Engagierte Städte für das Netzwerkprogramm ausgewählt wurden. Für Wilhelmshaven hat Radio Jade, namentlich Katharina Guleikoff, den Antrag gestellt – mit Erfolg: Bis 2018 stehen 50.000 Euro zur Verfügung, um die Ehrenamtskultur in unserer Stadt zu stärken.

Begleitet wird das Vorhaben von der „Ehrenrunde“, einer Gruppe von Menschen, die langjährige Erfahrungen in der Ehrenamtsförderung haben und sich regelmäßig treffen, um Ideen für konkrete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Nachdem Katharina Guleikoff als „Mutter und Motor“ des Projekts aufgrund einer beruflichen Veränderung nach Ostfriesland gezogen war, geriet das Projekt einige Zeit ins Stocken. Mit Alexander von Fintel wurde dann ein neuer Koordinator und „Kümmerer“ gefunden, der es wieder in Schwung brachte. Zusammen mit Carola Schede, Lehrbeauftragte an der Jade Hochschule, unterstützte er auch das Projekt der Studierenden.

Weitere Infos: www.engagiertes-wilhelmshaven.de

Dez 072016
 

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vom 7. Dezember 2016

durchgefegt von Imke Zwoch

 

Mit einer Dauer von unter drei Stunden wurde die jährliche Haushaltssitzung des Rates in sehr sportlicher Zeit abgehakt. Die Stimmung war fast eine Stunde lang friedlich und sachlich, danach verfiel man in die gewohnten Rollenspiele.

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Dez 072016
 

Bürgerinitiative „Kein Durchbau der Friedenstraße“ übergibt Online-Petition an Oberbürgermeister Andreas Wagner.

Foto: StadtMedia

Foto: StadtMedia

(rb) Die Bürgerinitiative „Kein Durchbau der Friedenstraße“ hat die von ihr initiierte Online-Petition an den Rat der Stadt mit knapp 2.500 Unterschriften erfolgreich beendet. Damit wurde das für die Petition notwendige Quorum erreicht. Die Bürgerinitiative wertet dies als großen Erfolg. In der Petition wird der Rat aufgefordert, das von der alten Groko beschlossene Planfeststellungsverfahren zum Durchbau der Friedenstraße aufzuheben. Die Unterschriften wurden heute von den Vertretern der Bürgerinitiative an Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner und Ratsvorsitzenden Stefan Becker übergeben.
Die Anzahl der Unterschriften, mit denen Bürgerinnen und Bürger in einer Petition an den Rat der Stadt ihren Protest gegen den Durchbau der Friedenstraße zu Ausdruck bringen, ist für eine kommunale Angelegenheit sehr hoch. Das berechnete sogenannte Quorum von OPENPETITION, einer gemeinnützigen Gesellschaft für mehr Bürgerbeteiligung in Deutschland, wurde deutlich überschritten. „Es hätten locker noch weit mehr Unterschriften geben können, jedoch standen wir nicht tagelang auf Marktplätzen oder in der Fußgängerzone, dazu fehlte einfach die Zeit“, so Erik Iwersen, Sprecher der Bürgerinitiative.

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Dez 042016
 

Öffentliche Versammlung

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Die letzte öffentliche Versammlung der Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland e.V. (Ali) in diesem Jahr findet in einer gemütlichen adventlichen Atmosphäre statt. Der langjährige Veranstaltungsleiter Günter Kreammer wird einen Rückblick auf das in wenigen Tagen auslaufende Jahr geben und einen Blick in die Zukunft wagen.

Auch in diesem Jahr hat der Betriebsrat der Firma Bahlsen dankenswerterweise wieder dafür gesorgt, dass die Ali Kekse und Weihnachtsgebäck auf die Tische im Wilhelm-Krökel-Saal des Gewerkschaftshauses stellen kann. Die öffentliche Veranstaltung findet am 13. Dezember 2016 um 10:00 Uhr in der Weserstraße 54 in Wilhelmshaven statt.

Nach der „überschwenglichen“ Regelbedarfserhöhung zum 1. Januar 2016 von 399,-€ auf 404,- € wird es auch zum Januar 2017 eine „üppige“ Erhöhung des Regelbedarfes von 5,- € geben. Die Arbeitsloseninitiativen, Gewerkschaften und die Sozial- und Wohlfahrtsverbände werfen der Sozialministerin vor, den Regelbedarf auch für das Jahr 2017 kleingerechnet zu haben, damit das soziokulturelle Existenzminimum (Hartz IV) den Niedriglohnbereich nicht gefährdet. Durch solche Trickserei auf Kosten der Sozialleistungsempfänger, wird das Lohnabstandsgebot gewahrt und die Löhne können niedrig bleiben. Ob diese Politik in Zeiten von existierenden Tafeln in vielen Orten der Bundesrepublik Deutschland noch zeitgemäß ist, zweifelt die Ali sehr stark an. Denn dadurch wird die Schere zwischen „Arm und Reich“ noch weiter geöffnet sagte Günter Kraemmer von der Ali.

Nov 302016
 

Grünes Licht für's Weltnaturerbe-Partnerzentrum

Foto: Gegenwind

Foto: Gegenwind

(red) Nun ist es „amtlich“: Die Stadt Wilhelmshaven erhält für den Bau eines Weltnaturerbe-Partnerzentrums am Banter See-Park einen Zuschuss in Höhe von 4 Mio Euro aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Heute zeichnete Bundesbau- und Umweltministerin Barbara Hendricks in Berlin das Vorhaben als eines von 16 „Premiumprojekten“ der diesjährigen Förderrunde aus. Eine Delegation aus Vertretern der Stadt und des niedersächsischen Umweltministeriums nahm die Urkunde entgegen.

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Nov 182016
 

Ein literarisches Denkmal für ein zerstörtes Baudenkmal

Öffentliche Buchvorstellung am Sonntag, 20.11.2016, um 11 Uhr 30 in der Kunsthalle Wilhelmshaven


Buchcover "Südzentrale."

Südzentrale. Das Buch. Foto: GEGENWIND

(iz) Nach dem Abriss der Südzentrale im August 2015 stand eines fest: Aus dem kollektiven Gedächtnis darf und wird die Südzentrale, die für Geschichte, Identität und auch den jahrelangen Kampf um den Erhalt eines stadtbildprägenden Gebäudes steht, niemals verschwinden. Bereits der 2014 erschienene Film „Die Südzentrale“ hat Geschichte geschrieben. Jetzt hat der Verein zum Erhalt Wilhelmshavener Baukultur ein Buch nachgelegt.

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Nov 162016
 

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Am kommenden Sonntag (20. November) findet im Hans-Beutz-Haus die 3. Wilhelmshavener Ehrenamtsbörse statt. Von 15 bis 18 Uhr stellen sich Einrichtungen, Vereine, Verbände und Gruppen vor, die sich ehrenamtlich im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich engagieren.

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Nov 022016
 

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vom 2. November 2016

aufgesaugt von Imke Zwoch

 

Die Mitglieder des neu konstituierten Rates der Stadt Wilhelmshaven. Foto. Gegenwind

Die Mitglieder des neu konstituierten Rates der Stadt Wilhelmshaven. Foto: Gegenwind

Die GroKo ist tot – es lebe die GroKo? Diese konstituierende Sitzung des neuen Rates stimmte nicht besonders optimistisch. Bisher hatten CDU und SPD eine Zweidrittel-Mehrheit, jetzt haben sie nur noch 19 der 39 Stimmen. Der Mehrheitsvertrag zwischen den beiden „Volksparteien“ wurde nicht erneuert. Offiziell hat sich die CDU mit der WBV zusammengeschlossen. Das allein reicht hinten und vorne nicht, um Entscheidungen im alten Stil durchzudrücken. Der neue bunte Rat bietet Chancen für sachorientiert wechselnde Mehrheiten. Viele hoffen, dass die SPD, die sich in den letzten fünf Jahren „der rechten Mitte“ unterordnete, sich wieder auf ihre Wurzeln besinnt und ein eigenes Profil zurückgewinnt. Doch auch ohne Vertrag reichen acht der zehn gewählten Sozialdemokraten, um die bisherige Abstimmungs“kultur“ weiterleben zu lassen.

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Nov 012016
 

Neues Leben für die Südstadt

Die Preisträger des Plug&Work-Wettbewerbs 2016 vor der Suedlounge. Foto: Imke Zwoch

Der Schlüssel zur Zukunft: Die Preisträger des Plug&Work-Wettbewerbs 2016. vlnr. Eike -Christian Janßen, Tobias Hagemann, Anne Locker, Rebekka Pude, Joel Owona, Manuela Nitschke, Michael Preikschas; hinten OB Andreas Wagner. Foto: Imke Zwoch

(iz) Junge Unternehmen haben in der Anfangsphase oft ein begrenztes Budget. Zudem benötigen sie einen Standort, ein Ladenlokal oder Büroräume, um auf dem Markt Fuß zu fassen. Um solche Unternehmen zu unterstützen, wurde das Projekt „Plug & Work“ ins Leben gerufen. Auch in diesem Jahr konnten sich Interessierte an einem Wettbewerb beteiligen, bei dem als Prämie netto-mietfreie eingerichtete Büro- oder Ladenflächen, Coaching und Netzwerkarbeit für ein Jahr ausgelobt wurden. Die vier Preisträger wurden jetzt im Rahmen einer Netzwerkparty in der Suedlounge vorgestellt.

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Okt 112016
 

Fotoausstellung der „JadeWale“ in der Nordseepassage vom 17.10. bis zum 6.11.2016

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Foto: Imke Zwoch

In jedem Frühjahr wird Wilhelmshavens „Südküste“ zur Bühne für ein faszinierendes Naturschauspiel: Zwischen Molenfeuer und Banter Fischerdorf sind Schweinswale auf Beutezug unterwegs und zeigen sich dabei immer wieder an der Wasseroberfläche. Spaziergänger können mit etwas Glück und Geduld direkt vom Strand oder der Hafenkante aus die kleinen Wale sehen, die manchmal nur wenige Meter entfernt auftauchen.

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Okt 052016
 

Leckeres und Wissenswertes rund um die älteste bekannte Frucht

BUND-Informationsstand beim Apfelfest

Foto: GEGENWIND

Auch in diesem Jahr gibt es wieder das Wilhelmshavener Apfelfest, das vor einigen Jahren von der BUND Kreisgruppe Wilhelmshaven in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Botanischer Garten, dem Fachbereich Umwelt der Stadt Wilhelmshaven und dem NABU ins Leben gerufen wurde.

Bislang (seit 2012) fand das Fest mit Informationen rund um den Apfel (immer an einem Sonntag Anfang Oktober) im Botanischen Garten an der Gökerstraße statt. Vor genau einem Jahr wurde der Garten, nach über 100jährigem Bestehen an diesem Standort, geschlossen und wird nun am Neuengrodener Weg, angrenzend an den Stadtpark, neu eingerichtet. Da die Bauarbeiten noch im Gange sind, ist der Botanische Garten dieses Mal mit dem Apfelfest zu Gast im Störtebeker-Park.

In den letzten Tagen waren ehrenamtliche Helfer auf Streuobstwiesen in Wilhelmshaven unterwegs, um Äpfel für das Fest zu sammeln. Diese Früchte können auf dem Fest verkostet werden, ebenso wie der Apfelsaft, der dort frisch gepresst wird. Wer leere Flaschen mitbringt, kann gegen Spende Saft mit nach Hause nehmen. Natürlich gibt es auch hausgebackenen Apfelkuchen.

Sie haben einen Apfelbaum im Garten und kennen die Sorte nicht? Fachleute bestimmen die von Ihnen mitgebrachten Äpfel. Fünf Stück je Sorte sind dafür erforderlich.

Dazu gibt es Infostände vom BUND und vom NABU und weiteren Organisationen, Musik und Kinderaktionen. Im Mittelpunkt stehen alte Obstsorten und die Sortenvielfalt und regional wie saisonal erzeugte gesunde Lebensmittel.

Apfelfest am Sonntag, 9. Oktober 2016, 11 – 15 Uhr
im Störtebeker-Park, Freiligrathstraße 426
Okt 042016
 

Fahrrad mit Gitarre

Foto: I. Zwoch

Auch in diesem Jahr führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) einen bundesweiten Fahrrad-Klimatest durch. Noch bis zum 30. November kann jede/r an dieser Online-Befragung teilnehmen. Das Ausfüllen erfordert maximal 10 Minuten – wenig Aufwand, um Politik und Verwaltung damit eine wichtige Rückmeldung aus Sicht der „Alltagsexperten“ zu geben.

Macht das Radfahren in unserer Stadt Spaß? Sind die Radwege und -spuren in gutem Zustand? Fühlt man sich sicher, wenn man mit dem Rad unterwegs ist?

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist der Zufriedenheits-Index der Radfahrer in Deutschland. Mehr als 100.000 Bürgerinnen und Bürger haben 2014 mitgemacht und die Fahrradfreundlichkeit in 468 Städten beurteilt. Per Fragebogen haben sie bewertet, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen. Die Ergebnisse zeigen auf, wo sich Verkehrsplaner und politisch Verantwortliche erfolgreich für besseren Radverkehr einsetzen oder wo sich Radfahrende von ihnen allein gelassen fühlen.

Von der Teilnehmerzahl her schneidet Wilhelmshaven bislang gut ab: Mindestens 50 Teilnehmer/innen (bei Städten bis 100.000 Einwohner) werden als belastbare Datengrundlage benötigt, 210 haben nach letztem Stand (29.9.) bereits mitgemacht. Der Test wird umso aussagekräftiger, je mehr Menschen mitmachen. Deshalb gilt weiterhin der Aufruf: Mitmachen und weitersagen! www.fahrradklima-test.de

Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte nach vier Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben. Die Auszeichnung sollte allerdings wirklich verdient sein: Wichtig ist, die Fragen ehrlich zu beantworten, um damit auch etwas zu bewegen und erforderliche Verbesserungen anzustoßen, und nicht aus reiner „Loyalität“ zum eigenen Wohnort bei jeder Frage Bestnoten zu vergeben.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet zum siebten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test 2016 aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) mit rund 150.000 Euro.

ADFC Kreisgruppe Wilhelmshaven: Schulstraße 14 a, 26384 Wilhelmshaven, Telefon: 04421 / 7 79 83 08, info(..at..)adfc-wilhelmshaven.de.

Öffnungszeiten Infoladen: montags 16-19 Uhr, mittwochs 15-18 Uhr, samstags 10-13:00 Uhr (in der Winterzeit siehe Aushang)

Okt 042016
 

Wilhelmshavener Musikinitiative

musikinitiative

Bunter Musikmix mit „Brainwayve“ und „Klangrisotto“ auf der Backstage-Party 

“Backstage-Bühne” frei! Die Wilhelmshavener Musikinitiative e.V. öffnet am Mittwoch, dem 12. Oktober wieder ihre Experimentierplattform für Musiker in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven. Los geht es um 21.00 Uhr.
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Sep 282016
 

„Die Seeleute nicht vergessen – Fairer Transport hört nicht an den Küsten auf!“

Europäischer Appell gegen Sozialdumping im Transportgewerbe blendet Schifffahrt zu Unrecht aus – Tagung am 10. November in Bremen

„Der Appell acht europäischer Staaten an die EU-Kommission, vehement gegen Sozialdumping im Transportgewerbe vorzugehen, ist ehrenwert – aber leider völlig unzureichend. Die Beschränkung des Appells auf den Straßentransport und die miserable Situation vieler Lkw-Fahrer blendet das Schicksal zigtausender Seeleute völlig aus.“ Mit diesen Worten haben der Förderkreis WATERKANT und das Projekt „Fair Oceans“ den gemeinsamen Brief Deutschlands, Frankreichs, Österreichs, Italiens, Belgiens, Dänemarks, Luxemburgs sowie Norwegens an die Brüsseler Kommission kommentiert.

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Sep 132016
 

Erdrutsch für die Etablierten

Grafik: GEGENWIND

Grafik: GEGENWIND

(iz/hk) Um halb neun Uhr am Abend des Wahlsonntags herrschte in der SPD-Zentrale noch verhalten optimistische Stimmung. Als endlich das erste Wahlergebnis, aus F’groden Süd, auf dem Monitor erschien, ein Jubelschrei: Mit über 30% lag die SPD weit vor der CDU. Vier Stunden und 47 Wahlbezirksergebnisse später hatte sich an dieser Reihenfolge nichts geändert, an der Stimmung schon: Mit 26% hatte die SPD Wilhelmshaven ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren, für die CDU ist es mit 20% noch desaströser.

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